Eine Welt ohne Geld - Teil 1: Bohemian Rhapsody

Eine Welt ohne Geld - Teil 1: Bohemian Rhapsody

Am 13. Juli 1985 in London schrieb eine Band Rockgeschichte. An diesem Tag fand ein Benefizkonzert im Wembley Stadion satt und innerhalb von 21 Minuten begeisterte eine Band 72.000 Menschen vor Ort und über 2 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt. Ziel: Geld sammeln für die Hungersnot in Äthiopien. Es kamen 125 Millionen US-Dollar zusammen.

Viele Superstars kamen an dem Tag zusammen, aber ein Auftritt blieb in Erinnerung: Der von Queen.

Jetzt stell dir eine Welt vor, in der es kein Geld geben würde. Alle Bedürfnisse werden kostenlos gedeckt. Niemand würde benachteiligt.

Wäre Queen auch eingeladen worden? Hätte es überhaupt ein Konzert gegeben? Würden Menschen überhaupt Hunger leiden?

Wäre Queen in einer Welt ohne Geld genauso berühmt geworden? Hätten sie genauso leidenschaftlich gespielt? War das Geld nur ein Nebenprodukt ihrer Leidenschaft? Oder haben sie eine Pflicht erfüllt, um Geld zu verdienen, so wie wir unsere Pflicht in Supermärkten an der Kasse oder auf Baustellen erfüllen?

Wären manche Menschen künstlerischer als jetzt? Wenn alles bezahlt wäre und Geld kein Tauschmittel mehr wäre, würde dann nicht so mancher Bürohengst seinen Boss in den Hintern zwicken und zur Tür hinausgalopieren, um sich seinem ersten Meisterwerk zu widmen?

Gut, das klingt zu einfach. Vor dem Meisterwerk kommen Übung und etwas Talent, fein umgerührt und mit Leidenschaft abgeschmeckt. Doch würden wir Künstler mehr Arbeit in unser Handwerk stecken, wenn wir frei von wirtschaftlichen Zwängen wären?

Manchmal lese ich immer vom sogenannten „Universum“ – ich gebe zu, manchmal passieren komische Dinge – und das es uns geben wird, wonach wir uns ausrichten. Aber Geld fällt nicht von Himmel, egal wie lange wir uns auf einen Stein setzen und es „manifestieren“. Doch ich will keine spirituelle Grundsatzdiskussion anfangen.

Manchmal passiert es, wenn wir in die richtige Richtung handeln. Und der Druck dringend damit Geld zu verdienen verschwindet in dem Moment, indem wir es tun. Ist das nicht eigenartig?

Warum also zwingen wir uns? Gibt es Künstler, die nur kreativ sind, weil sie hoffen, damit schnell Geld zu verdienen?

Gäbe es eine Welt ohne Geld, würde sich dann die Kunst verändern? Gäbe es andere Bilder? Freier und ungezügelter? Würden Menschen auf dem Dom Plateau Ballett tanzen? Würden mehr Menschen zu Theaterstücken, Opern und Comedyshows gehen? Würde sich dort die Gesellschaft verändern? Weniger von der gehobenen Mittelschicht, die sich dort blicken lassen muss und mehr von den Menschen aus der unteren Schicht? Gäbe es überhaupt Schichten?

Und wer würde auf Messen präsent sein? Die Anzugträger? Die Steuerberater und Anwälte? Die reichen Erben? Für die Kunst eine „Investition“ ist?

Ich habe sehr viele Fragen gestellt in diesem Artikel und keine beantwortet. Doch Antworten werden wir erst geben können, wenn ein schlauer Politiker auf die Idee kommt, dass eine Welt ohne Geld sehr viele Probleme lösen wird. Doch solange es Menschen gibt, die Geld horten und zu Machtzwecken einsetzen, wird das nicht passieren.

Dennoch: Die Frage bleibt spannend und ich werde diese Serie fortsetzen.

Wenn du wissen willst, wann die nächsten Artikel veröffentlicht werden, dann melde dich zu meinen Ruheimpulsen an.


Liebe Grüße, deine Anni.